Die Stifter
Dr. h. c. Rudolf Pesl, am 2. Oktober 1922 in München geboren und am 28. Februar 2022 in Unterhaching gestorben, war einer der wichtigsten im Stillen wirkenden Mäzene der Münchner Museen, der sich der älteren Kunst widmete. 1991 gründete Rudolf Pesl zusammen mit seiner Ehefrau Maja Robert-Pesl die Pesl-Stiftung Bayern zur Förderung von Kunst, Kultur und Bildung in Bayern. Ein Jahr zuvor hatten die Eheleute Pesl bereits die Pesl-Stiftung Unterhaching gegründet. Im Jahr 2001 kam die Pesl-Alzheimer-Stiftung dazu.

Rudolf Pesl war ein kunstbegeisterter Mediziner und Forschergeist sowie beschlagener Botaniker. Und er war ein profunder Kunstkenner mit einer großen Sammlung deutscher und österreichischer Malerei des 19. Jahrhunderts. Seine außergewöhnliche Mongolika-Kollektion gehört zu den umfangreichsten und bedeutendsten ihrer Art überhaupt.

Zu Lebzeiten hat Rudolf Pesl direkt oder über die Pesl-Stiftung Bayern immer wieder besondere Wünsche der Staatlichen Graphischen Sammlung München erfüllt oder über den Pinakotheksverein, in dessen Kuratorium er lange Jahre tätig war, die Alte Pinakothek unterstützt. Mit Hilfe der Pesl-Stiftung Bayern konnte die Staatliche Graphische Sammlung Bayern insbesondere Arbeiten süddeutscher Meister erwerben wie Zeichnungen und Aquarelle von Bartholomäus Reiter (um 1570-1622), Georg Pecham (um 1568-1604), Hans Krumpper (um 1570-1634), Johann Heinrich Schönfeld (1609-1684) oder Johann Georg von Dillis (1759-1841).
Weiter wurde 2004 eine Hans Burgkmair d. Ä. (1473-1531) zugeschriebene Federzeichnung mit der Beweinung Christi mit Stiftungsmitteln angekauft.

Die Schenkung eines 198 Blätter umfassenden Albums mit Landschaften und Skizzen Franz Kobells (1749- 1822) war 2005 Ausgangspunkt für eine dem Stifter gewidmete Ausstellung Franz Kobell, ein Zeichner zwischen Idylle und Realismus in der Pinakothek der Moderne.
Seit dem Tod von Rudolf Pesl werden durch die Stiftung einzig die Alte und Neue Pinakothek und das Bayerische Nationalmuseum gefördert. Hierzu hat der Stifter bestimmt, dass die Förderung nicht den Ankaufsetats der geförderten Museen ersetzen darf. Er wollte den Staat weiter in seiner Verantwortung wissen.
